WS 2026/27 · TU Graz · Andreas Lechner & Peter Kaschnig   Themenkreise

sTudio aichfeld

1 Natur / Wasser                
2 Raster / Weg
                   
3 Räume / Programm        
4 Symbolik / Infrastruktur  

[Murtopia & Brücke/Wasserwirtschaft]
[Autopia & Gewerbe/Industrie]
[Plains of Id/Wohnen + Wohnen/Mixed Use/Kultur]
[Foothills/Temp. Wohnen/Kirchen/Friedhöfe]









Gruppe 2 · Raster & Wege


Das Aichfeld ist entlang von Bahn und Straße gewachsen, nicht um einen Platz. Die Gruppe liest das Becken als Netz von Trassen und fragt, was die Halle kann, wenn Produktion in die Stadt zurückkehrt.


2—Farbe: MAGENTA #FF00FF


Text: Rudolfsbahn, S36, B317, Anschlussgleise und der Regionalbus ordnen das Becken stärker als jede Gemeindegrenze. Die Gruppe kartiert diese Ordnung über die Lesarten Raster und Wege: als Netz von Trassen, Takten und Erreichbarkeiten und als Raster, an dem sich Werke, Lager und Hallen anlagern. 

Banhams „Autopia“, die Ökologie der Freeways, wird hier zur Ökologie von Schiene und Schnellstraße. Typologisches Thema ist die mehrgeschossige Gewerbe- und Industriehalle. Spannweite, Höhe, Traglast und Anschluss an Gleis und Straße beschreiben ihre Kapazität unabhängig vom Programm. Zwei Gegenwarten der Halle liegen nah beieinander: die neuen ÖBB-Instandhaltungshallen in Knittelfeld und der Umbau einer NAPIAG-Fabrik zu Wohnungen direkt am Zeltweger Gleiskörper. Das Querthema fragt nach der musealisierten Halle und Maschine, vom Eisenbahnmuseum im ehemaligen Heizhaus bis zum Förderturm in Fohnsdorf. Gezeichnet wird mit Abwicklungen entlang der Bahn und mit Typenreihen, die Foto und Umriss nebeneinanderstellen.

Steckbrief
  • Lesarten: Raster & Wege (Bahn, S36, B317, Anschlussgleise, Regionalbus)
  • Bautyp: mehrgeschossige Gewerbe- und Industriehalle
  • Ökologie nach Banham: Autopia, hier das Netz der Verkehrsachsen
  • Querthema: Museum, die musealisierte Halle und Maschine
  • Zeichnen: Achse und Abwicklung · Typenreihe aus Foto und Zeichnung



Literatur

  • Nina Rappaport: Vertical Urban Factory. New York/Barcelona: Actar 2015.
  • Stefan Gärtner, Kerstin Meyer (Hg.): Die Produktive Stadt. (Re-)Integration der Urbanen Produktion. Berlin 2023.
  • Ergänzend:
    • Reyner Banham: A Concrete Atlantis. U.S. Industrial Building and European Modern Architecture 1900–1925. Cambridge, MA: MIT Press 1986.
    • Adrian Vickery Hill u. a.: Foundries of the Future. A Guide for 21st Century Cities of Making. Delft: TU Delft Open 2020.
    • Helmut C. Schulitz, Werner Sobek, Karl J. Habermann: Stahlbau Atlas. München: Edition Detail / Basel: Birkhäuser 1999.
    • Bernd und Hilla Becher: Typologien industrieller Bauten. München: Schirmer/Mosel 2003.

Referenzen
  • BAUKUNST, Manufakture, Abattoir Anderlecht, Brüssel (2019–25): Lebensmittelwerkstätten, darüber ein umnutzbares Parkhaus, auf dem Dach ein öffentliches Schwimmbad.
  • Flanders Make, Kortrijk: gestapelter Innovations- und Produktionsbau.



Exkursionsobjekte
  • ÖBB-Instandhaltungshallen, Knittelfeld: Neubau und Adaptierung einer Bestandshalle, 2024–26. Die Halle als Maßstab der Infrastruktur.
  • Umbau einer NAPIAG-Fabrik zu Wohnungen, Zeltweg, Bahnhofstraße 3: die Halle als Wohnbestand, unmittelbar am Gleiskörper.
  • Eisenbahnmuseum Knittelfeld im ehemaligen Heizhaus, eröffnet 1999.
  • Bergbaumuseum Fohnsdorf am Wodzicki-Schacht: Förderturm 47 m, errichtet 1887, vergrößert 1925.






Querthema

Museum: Halle und Maschine, Burgen und Schlösser, Abtei Seckau und heutige Abbaugebiete (Kiesgruben, Mülldeponie, Schrottplatz, Altstoffsammelzentren) 





























Assoc. Prof. Dr. Andreas Lechner · +43 664 130 3255 · andreas.lechner@tugraz.at · www.AndreasLechner.at
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