WS 2026/27 · TU Graz · Andreas Lechner & Peter Kaschnig   Themenkreise

sTudio aichfeld

1 Natur / Wasser                
2 Raster / Weg
                   
3 Räume / Programm        
4 Symbolik / Infrastruktur  

[Murtopia & Brücke/Wasserwirtschaft]
[Autopia & Gewerbe/Industrie]
[Plains of Id/Wohnen + Wohnen/Mixed Use/Kultur]
[Foothills/Temp. Wohnen/Kirchen/Friedhöfe]













1. Plakat zur Lehrveranstaltung 




2. https://www.kleinezeitung.at/artikel/34663170/professor-macht-das-aichfeld-mit-seinen-studenten-zum-studienobjekt


Kleine Zeitung vom 5. Juli 2026,  10:00 Uhr – Josef Fröhlich

(Redakteur Regionalredaktion Murtal & Murau)

Professor macht das Aichfeld mit seinen Studenten zum StudienobjektDer Architekt Andreas Lechner ist gebürtiger Zeltweger und kehrt für ein Studienprojekt in seine Heimatregion zurück. Seine Studenten sollen das Aichfeld als „Zukunftslabor“ betrachten.

Die Wahl des Studienobjekts ist nicht zufällig. Andreas Lechner ist in den 1970er- und 1980er-Jahren in Zeltweg aufgewachsen und kehrt jetzt als Forscher in seine Heimatregion zurück.

Derzeit bereitet der Architekturprofessor an der TU Graz eine Lehrveranstaltung vor, die sich mit dem Aichfeld beschäftigt. Ein Semester lang werden sich 15 Studentinnen und Studenten mit der Region beschäftigen. „Wir möchten räumliche, gesellschaftliche und wirtschaftliche Zukunftsperspektiven untersuchen und daraus konkrete Entwicklungsstrategien ableiten“, kündigt der 52-Jährige an.

Zukunftsszenarien

Ziel sei es, die Region aus unterschiedlichen Perspektiven kennenzulernen und mit möglichst vielen Menschen in Kontakt zu treten. Die gewonnenen Erkenntnisse wolle man analysieren und daraus architektonische und städtebauliche Zukunftsszenarien zu entwickeln versuchen. „Wichtig ist mir, dass dies keine Luftschlösser, sondern auf der Realität basierende Konzepte werden“, so der in Graz lebende Wissenschaftler.

Man wolle nicht als Besserwisser oder Welterklärer wahrgenommen werden. „Wir kommen, um Potenziale zu entdecken, wollen aber weder einen Masterplan erstellen noch politische Empfehlungen abgeben.“ Man wolle einen „unabhängigen räumlichen Blick von außen“ auf die Region werfen, und das auf Basis des Bestehenden. Die Studentinnen und Studenten sollen das Aichfeld als „Zukunftslabor für Fragen von Umbau, Transformation, Industrie, Wohnen und Landschaft“ betrachten. Um Erkenntnisse zu gewinnen, will man Orte begehen, Gespräche mit regionalen Akteuren führen und architektonische Entwürfe gestalten.

Die Region sei besonders interessant, weil hier Bereiche wie Wohnen, Industrie, Militär und Tourismus auf relativ kleinem Raum aufeinandertreffen. Die Ergebnisse der Arbeit sollen im Jänner 2027 öffentlich präsentiert werden.

Das Aichfeld ist keine klassische Stadtlandschaft sondern ein zusammenhängender Lebens-, Wirtschafts- und Infrastrukturraum. Gebäude, Produktionslandschaften, Bahn- und Verkehrsinfrastrukturen, militärische Areale, Energie, Landschaft und Freiräume sind Teile eines territorialen Gefüges dessen heutige Struktur seit dem 19. Jahrhundert aus der Überlagerung von Kohlebergbau, Eisenindustrie, Bahn, Energie, Militär, Land- und Forstwirtschaft enstand. Auch nach dem Ende des Bergbaus blieb diese räumliche Logik wirksam. Industrie und Maschinenbau, der Fliegerhorst Hinterstoisser, der überregionale Bahnknoten, Landwirtschaft und der Red Bull Ring bilden heute weitere Schichten einer Landschaft, in der nichts vollständig ersetzt wurde, sondern vieles nebeneinander fortbesteht. Gerade darin liegt ihr Potenzial als Labor für territoriale Transformation, Umbau und Weiterbauen.

Das Studio beginnt mit dem genauen Lesen des Vorhandenen. Kartierung, Zeichnung und Vergleich machen räumliche Beziehungen sichtbar und fragen danach, was dauerhaft, veränderbar, entbehrlich oder neu interpretierbar ist. Typologie wird dabei nicht als Klassifikation, sondern als operative Methode verstanden: sehen, vergleichen, unterscheiden, transformieren. Das Ziel ist eine begründete architektonische Urteilskraft darüber, welche bestehenden Strukturen künftig andere räumliche, gesellschaftliche oder kollektive Aufgaben übernehmen können.

Aus dieser Arbeit entsteht ein Zukunftsatlas des Aichfelds: eine neue kartografische Lesart der Region, Szenarien für ausgewählte Standorte und Themenfelder sowie konkrete architektonische und städtebauliche Vorschläge. Im Zentrum stehen dabei nicht abstrakte Zukunftsbilder, sondern die Potenziale des bereits Gebauten und Erschlossenen – von kleinen Interventionen bis zu größeren regionalen Projekten.

Weiter konkretisiert werden Entwürfe in der geografischen und infrastrukturellen Mitte des Beckens: in Zeltweg, entlang des Gleiskörpers zwischen Hauptstraße und Bahnstraße. Der heute fragmentierte Verkehrsraum wird als mögliches räumliches Gerüst für Wohnen und Mischnutzung, Gewerbe, Mobilität, Energie, Bildung und gemeinschaftliche Nutzungen untersucht. Umbau, Ergänzung und Freiraumgestaltung sollen hier keine neue Stadt auf leerem Grund erzeugen, sondern vorhandene Strukturen verdichten, verbinden und neu lesbar machen.

Das Studio versteht Architektur damit als eine Praxis des Lesens, Urteilens und Weiterbauens. Entscheidend ist nicht, alles Bestehende zu erhalten, sondern jene räumlichen Möglichkeiten zu erkennen und weiterzuentwickeln, die für das Aichfeld künftig von Bedeutung sein können. Die Ergebnisse werden Ende Januar 2027 am Bildungscampus Zeltweg öffentlich präsentiert und als Grundlage für eine weitere Diskussion über die Zukunft der Region verstanden.


Lehre: Andreas Lechner, Peter Kaschnig

Künstlerische Dokumentation, Fotografie:
Tom Biela

Studienassistenten:
Laura Juch, Aaron Chocholaty

Studierende:
 Edi Alidema, Ben Arifi, Dalila Bilibani, Quinten Brunner, Christoph Engler, Egli Hasmegaj, Viktoria Haspl, Leon Kollar, Thomas Kulmhofer, Katharina Lamprecht, Florian Maier, Ella Annemarie Neumeyer, Sascha Penaso, Timo Reitbauer, Timon Trattner, Simon Trenkwalder

In Kooperation und Abstimmung mit der Stadtgemeinde Zeltweg.

© Tom Biela, Panorama nach Süden – Aichfeld, 2026 


















Assoc. Prof. Dr. Andreas Lechner · +43 664 130 3255 · andreas.lechner@tugraz.at · www.AndreasLechner.at
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